The startup Notakey tackled the issue of electronic identification (eID) at last year’s Kickstart Accelerator and secured proof of concept with Credit Suisse, Swisscom and UBS. This issue is currently of interest to many companies, as it can be used in a number of applications to add considerable value for clients.

The benefits of digital identity can be illustrated by one simple example. Nowadays, every company identifies its clients independently, forcing the client to memorize a vast array of different user names and passwords and provide the same information – address, age, date of birth, etc. – over and over again. This requires significant time and effort from all parties, taking up valuable time for the user and resulting in inefficient processes, higher costs and sometimes lower conversion rates for companies. With a system based on a common platform, online businesses and administrative processes can be designed and developed much more efficiently to bring important benefits to both companies and, most importantly, clients. Customers will eventually be able to register at online shops and public offices with their bank login details or take out a mobile phone contract or insurance policy online.

Notakey has developed a mobile software application offering authentication that is both extremely secure and user-friendly, and gathered its first experiences from the issue of digital identity in Latvia – a combination that attracted the attention of renowned companies Credit Suisse, Swisscom and UBS. After initial discussions at the Kickstart Accelerator, it quickly became clear that the parties wished to create a joint proof of concept. They ultimately opted for a four-month PoC with the aim of proving functionality to show that it is possible to operate a cross-sector system with several different parties, while at the same time demonstrating a high degree of user-friendliness.

This evidence was obtained during the PoC. Under laboratory conditions, it was demonstrated that a registered bank customer could take out a mobile phone contract with their existing client data without needing to provide additional identification.

For a startup, however, securing proof of concept is about much more than obtaining technical evidence, as Notakey’s Co-Founder Janis Graubins explains: “This process has brought us closer to the companies, enabling us to build a network of contacts with their internal specialists and learn much more about the needs of their clients.” Acquiring this kind of important knowledge is vital in allowing startups to target their products appropriately, expand their portfolio and enhance their credibility in the market. “We had great experiences at the Kickstart Accelerator and during the PoC that will certainly help to drive us forward. Last but not least, our trip to Switzerland enabled us to attract the attention of investors.”

The PoC was also invaluable for the three companies involved, who not only improved their understanding of the technical aspects involved but also enjoyed a positive experience with a young, dedicated team who understood how to advance projects in an agile way. It was also useful to have an ‘independent’ company within their own organization to offer new ideas and challenge existing processes and procedures. The companies report that the collaboration was extremely constructive, with only the startup phase – in which several parties were required to choose an efficient path for cooperation – proving to be a challenge. In particular, collaborating across borders required a high degree of flexibility.

Looking to the future
All of the project’s participants agree that companies like Credit Suisse, Swisscom and UBS can contribute a considerable amount of expertise to a national eID system in the areas of security and data protection. They are also highly likely to participate in such a system. They already manage large amounts of client data in digital form, are trusted by clients, process secure transactions (payments) every day and use advanced means of identification. They also comply with strict requirements regarding Know Your Customer (KYC) processes, money laundering and other due diligence obligations.

The project participants believe that a common, open eID system tied to the companies’ existing infrastructure should be established in Switzerland. The same platform would therefore include several different identity providers. Interoperability between providers would be guaranteed and the end consumer could choose their preferred provider. While partners are now being sought to participate in the next stages of this project to establish a common national eID, the Kickstart Accelerator and the contribution of Notakey mean significant progress has already been made.

Das Startup Notakey hat sich mit dem Thema der digitalen Identität (eID) beim letztjährigen Kickstart Accelerator einen Proof of Concept (PoC) mit den Unternehmen Credit Suisse, Swisscom und UBS gesichert. Das Thema ist derzeit für viele Unternehmen aktuell, weil damit Anwendungen möglich sind, die Kunden einen grossen Mehrwert bringen.

Die Vorteile der digitalen Identität lassen sich an einem einfachen Beispiel erklären. Heute findet die Identifizierung eines Kunden bei jedem Unternehmen autonom statt. Er muss sich eine Vielzahl von Benutzernamen und Passwörter merken und immer wieder dieselben Daten wie Adresse, Alter, Geburtsdatum, etc. erfassen. Dies verursacht grosse Aufwände: Für den Nutzer bedeutet es einen nervenden Zeitaufwand, für Unternehmen ineffiziente Prozesse, höhere Kosten und mitunter auch eine tiefere Conversion. Mit einem System, das auf einer gemeinsamen Plattform fusst, könnten Geschäfts- und Verwaltungsprozesse im Internet sehr viel effizienter gestaltet und abgewickelt werden, was sowohl den Unternehmen, aber insbesondere auch den Kunden grosse Vorteile bringen würde. So könnten sie sich dereinst mit dem Banken-Login etwa bei Online-Shops und Ämtern anmelden oder einen Handy- oder Versicherungsvertrag online abschliessen.

Notakey hat eine mobile Software-Anwendung entwickelt, die Authentifizierung mit sehr hohem Sicherheitsniveau bei hoher Nutzerfreundlichkeit bietet. Zudem hat das Startup erste Erfahrungen mit dem Thema der digitalen Identität in Lettland gesammelt. Eine Kombination, die das Interesse der drei renommierten Unternehmen Credit Suisse, Swisscom und UBS auf sich gezogen hat. Nach ersten Gesprächen am Kickstart Accelerator war schnell klar, dass man einen gemeinsamen PoC machen möchte. Man entschied sich für einen 4-monatigen Proof of Concept. Darin sollte der Funktionsnachweis erbracht werden, dass es möglich ist, ein branchenübergreifendes, föderalistisches System mit mehreren Parteien zu betreiben, das gleichzeitig eine hohe Nutzerfreundlichkeit aufweist.

Während des PoCs wurde tatsächlich der Beweis erbracht. Unter Laborbedingungen konnte gezeigt werden, dass ein registrierter Bankkunde mit seinen bestehenden Kundendaten und ohne zusätzliche Identifikation einen Mobiltelefonvertrag abschliessen kann.

Für ein Startup geht es in einem PoC aber nicht nur einfach um einen technischen Nachweis, sondern um viel mehr, weiss Janis Graubins von Notakey: “Wir sind sehr nahe an die Firmen herangekommen, konnten ein Beziehungsnetzwerk zu deren internen Spezialisten aufbauen und viel über die Bedürfnisse der Kunden erfahren.” Startups erhalten so wichtiges Wissen, um ihre Produkte zielgruppengerecht anzubieten, ihr Portfolio auszuweiten und ihre Glaubwürdigkeit im Markt zu erhöhen. “Wir haben am Kickstart Accelerator und während dem PoC tolle Erfahrungen gemacht, die uns auf jeden Fall weiterbringen. Nicht zuletzt haben wir dank der Reise in die Schweiz Aufmerksamkeit von Investoren erlangt.”

Auch für die drei beteiligten Unternehmen war der PoC wertvoll. Sie haben nicht nur die technischen Aspekte besser verstehen gelernt, sondern auch eine positive Erfahrung mit einem jungen und engagierten Team gemacht, das es versteht, Projekte auf eine agile Art und Weise voranzutreiben. Es war zudem hilfreich, ein “unabhängiges” Unternehmen innerhalb der eigenen Organisation zu haben. Das bringt neue Ideen und ermöglicht ein Hinterfragen bereits bestehender Prozesse oder Abläufe. Von den Unternehmen hört man, dass die Zusammenarbeit sehr konstruktiv gewesen sei. Nur die Anfangsphase sei eine Herausforderung gewesen, da ein effizienter Weg der Kooperation mit mehreren Parteien gefunden werden musste. Insbesondere die Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg habe ein grosses Mass an Flexibilität erfordert.

Die Projektbeteiligten sind sich einig: Unternehmen wie die Credit Suisse, Swisscom und UBS können in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz sehr viel Know-How in ein nationales eID-System einbringen. Zudem sind sie prädestiniert, um an einem solchen System mitzuwirken. Sie verwalten bereits sehr viele Kundendaten digital, geniessen das Vertrauen der Kunden, wickeln tagtäglich sichere Transaktionen (Zahlungen) ab und haben fortschrittliche Identifikationsmittel. Zudem erfüllen sie strenge Auflagen bezgl. Know Your Client-Prozessen (KYC), Geldwäscherei und weiteren Sorgfaltspflichten.

In der Schweiz soll nach Sicht der Involvierten ein gemeinsames, offenes eID-System aufgebaut werden, an das Unternehmen ihre vorhandene Infrastruktur anbinden können. So würde es verschiedene Identitätsanbieter auf einer gemeinsamen Plattform geben. Die Interoperabilität zwischen den Anbietern wäre gewährleistet und der Endkonsument könnte sich für seinen favorisierten Anbieter entscheiden. Es werden nun Partner gesucht, die sich am weiterführenden Projekt beteiligen möchten, um eine gemeinsame nationale eID aufzubauen. Durch den Kickstart Accelerator und die Mithilfe von Notakey ist man auf jeden Fall schon mal ein gutes Stück weitergekommen.

Collaboration between startups and corporations often is a win-win situation. Why can such cooperations be this fruitful? We spoke to Veronica Lange and Andreas Kubli from UBS and wanted to know about the value of building strong partnerships and the uniqueness of Kickstart Accelerator.

[Deutsche Version]

Why is UBS interested in startups?

Andreas Kubli (AK): We realized very early on that fintech startups can help us accelerate digital transformation at the bank, and in the meantime collaborations have become a tradition for us. We don’t have to do everything that we offer our customers ourselves. If a startup has a great solution, particularly in an area that is not part of our core competencies, we are happy to discuss a potential collaboration.

Veronica Lange (VL): Owing to their organizational structure, startups are often a lot more agile than a major corporate group, such as UBS. This enables them to significantly reduce the time-to-market for new innovations. They also often have specific technical know-how, which can be applied to very good effect in the financial sector.

What can UBS offer startups?

VL: Collaborations offer a typical win-win situation. Startups benefit from an established platform with a large customer base and the security of a trustworthy major bank. We also bring a great deal of expertise to the table: banking experience, sound advice, extensive professional knowledge, personal contact, long-standing relationships and excellent financial products.

AK: In addition, we have gained a lot of experience in collaborating with startups over the past few years. That is very important, because when a startup collaborates with a corporate group there is always the danger that it will be “crushed” by the complex structures and processes. However, we have found very good ways of preventing that from happening and have launched successful collaborations—for instance with bexio, DSwiss and SumUp.

VL: Access to capital is certainly also a decisive factor for startups. We can help startups, such as the participants in Kickstart Accelerator, with their pitch for capital to investors.

Why should I, with my startup in Switzerland, approach Kickstart Accelerator rather than look to London, Singapore or New York?

AK: Kickstart Accelerator is one-of-a-kind globally, and one of the largest multi-corporate startup support programs in Europe. It is unique because it is supported by more than 15 major corporate partners, which all pull together to promote the Swiss innovation ecosystem. From last year’s program, we were able to make a proof-of-concept with both Notakey and Zoa, which we are currently still working on.

VL: Arguments in favor of Switzerland are its expertise as a financial center and a strong educational system combined with excellent technical universities, gifted talents, a very high level of education and a large number of potential investors in the country. Global investors also rate Switzerland highly. Many of them traveled to Zurich in January to attend the Investor Summit, where they met with Swiss startups.

AK: I haven’t come across the aforementioned collaborative aspect as much in other markets. Switzerland, however, is ideal for collaboration because of its manageable size.

What was your best/most surprising moment when the Kickstart Accelerator program was run for the first time last year?

AK: With Eric van der Kleij, we were able to bring on board a recognized expert to help develop an accelerator program. I was really impressed by how we were able to set up one of the largest European programs in such a short time. The interaction between a wide range of partners with a common goal created a unique dynamic.

VL: I was impressed by the quality of the applicants from all over the world. I also sensed a great interest and a huge commitment internally on the part of the employees to support the accelerator program and the startups.

What are your expectations for this year’s accelerator program and from what areas would you like to see startups come?

AK: Last year’s program exceeded expectations in terms of scope, attracting attention and project studies. I hope that even more startups will sign up this year and that we will see even more PoCs. We also want to keep spreading Switzerland’s good reputation around the world. In a best-case scenario, we may convince foreign startups to come to Switzerland. I wouldn’t like to specify any particular areas, but if a startup demonstrates a collaborative spirit, I look forward to the exchange.

VL: I can go along with that. A project study in the areas of distributed ledger, smart contracts or wealthtech would be great. But I am also very open to other topics, and I would really like to wait and see what new ideas startups from all around the world approach us with.

 

Wenn Startups und Grossunternehmen zusammenarbeiten, dann ist das oft eine Win-Win-Situation. Was ist es, das solche Kooperationen derart fruchtbar macht? Wir haben mit Veronica Lange und Andreas Kubli von UBS über den Wert von starken Partnerschaften und die Einzigartigkeit von Kickstart Accelerator gesprochen.

[English Version]

Wieso interessiert sich UBS für Startups?

Andreas Kubli (AK): Uns wurde sehr früh bewusst, dass uns Fintech-Startups helfen können, den digitalen Wandel in der Bank zu beschleunigen und inzwischen haben Kooperationen für uns Tradition. Wir müssen nicht alles, was wir unseren Kunden anbieten, selber machen. Wenn ein Startup eine tolle Lösung hat, insbesondere in einem Bereich, welcher nicht zu unseren Kernkompetenzen gehört, sprechen wir gerne über eine mögliche Kooperation.

Veronica Lange (VL): Startups sind durch ihre Organisationsstrukturen häufig sehr viel agiler als ein grosser Konzern wie UBS. Dadurch können sie die Time-to-Market für neue Innovationen extrem reduzieren. Zudem haben sie oft spezifisches, technisches Know-how, welches für die Anwendung im Finanzsektor sehr interessant ist.

Was kann UBS Startups bieten?

VL: Kooperationen bieten eine typische Win-Win-Situation. Startups profitieren von einer etablierten Plattform mit einem grossen Kundenstamm und der Sicherheit einer vertrauenswürdigen Grossbank. Ausserdem bringen wir sehr viel Know-How mit: Bankerfahrung, kompetente Beratung, umfangreiches Fachwissen, persönlicher Kontakt, langjährige Beziehungen und exzellente Finanzprodukte.

AK: Zudem haben wir in den letzten Jahren viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Startups gesammelt. Das ist sehr wichtig, denn wenn ein Startup mit einem Konzern zusammenarbeitet, besteht immer die Gefahr, dass es von den komplexen Strukturen und Prozessen “erdrückt” wird. Wir haben aber sehr gute Wege gefunden, damit das nicht passiert und so erfolgreiche Kooperationen, beispielsweise mit bexio, DSwiss oder SumUp lanciert.

VL: Entscheidend für Startups ist sicherlich auch der Zugang zu Kapital. Hier können wir Start-ups, beispielsweise den Teilnehmern des Kickstart Accelerator, beim “Pitch” für Kapital bei Investoren unterstützen.

Wieso soll ich mit meinem Startup in die Schweiz an den Kickstart Accelerator kommen und nicht nach London, Singapur oder New York gehen?

AK: Der Kickstart Accelerator ist einmalig auf der Welt und eines der grössten firmenübergreifenden Startup-Förderprogramme Europas. Einmalig ist er deshalb, weil er von über 15 Grossunternehmen getragen wird und die Partner alle an einem Strick ziehen, um das Schweizer Innovations-Ökosystem zu fördern. Wir konnten aus dem letztjährigen Programm heraus sowohl mit Notakey als auch mit Zoa je einen Proof-of-Concept machen, an denen wir zurzeit noch arbeiten.

VL: Für die Schweiz spricht die hohe Kompetenz als Finanzplatz sowie ein starkes Bildungssystem, gepaart mit hervorragenden technischen Hochschulen, begabte Talente, ein sehr hohes Bildungsniveau und sehr viele potenzielle Investoren im Land. Auch globale Investoren schätzen die Schweiz. Viele von ihnen reisten im Januar an den Investor Summit nach Zürich, wo sie mit Schweizer Startups in Kontakt kamen.

AK: Das bereits angesprochene kooperative Element kenne ich von anderen Märkten weniger. Die Schweiz ist aufgrund der überschaubaren Grösse prädestiniert dafür.

Was war euer bester/überraschendster Moment bei der ersten Durchführung des Kickstart Accelerators im letzten Jahr?

AK: Mit Eric van der Kleij konnten wir einen ausgewiesenen Experten für den Aufbau eines Accelerator-Programms gewinnen. Die Art und Weise, wie es gelungen ist, in kürzester Zeit eines der grössten europäischen Programme zu etablieren, hat mir sehr imponiert. Das Zusammenwirken von verschiedensten Partnern mit einem gemeinsamen Ziel hat eine einzigartige Dynamik hervorgerufen.

VL: Ich war beeindruckt von der Qualität der Bewerber aus aller Welt. Zudem spürte ich intern ein grosses Interesse und riesiges Engagement der Mitarbeitenden den Accelerator und die Startups zu unterstützen.

Was erwartet ihr für den diesjährigen Accelerator und Startups aus welchen Bereichen würdet ihr gerne sehen?

AK: Das letztjährige Programm hat in Sachen Reichweite, Aufmerksamkeit und Projektstudien die Erwartungen übertroffen. Ich hoffe, dass sich dieses Jahr noch mehr Startups anmelden und wir noch mehr PoCs sehen werden. Ausserdem wollen wir den guten Ruf der Schweiz noch weiter in die Welt hinaustragen. Im besten Fall können wir ausländische Startups überzeugen, in der Schweiz ansässig zu werden. Auf bestimmte Bereiche möchte ich mich nicht festlegen, aber wenn ein Startup einen kollaborativen Spirit verfolgt, freue ich mich auf den Austausch.

VL: Dem kann ich mich anschliessen. Toll wäre eine Projektstudie in den Bereichen Distributed Ledger, Smart Contracts oder WealthTech. Aber ich bin auch sehr offen für andere Themen und lasse mich noch sehr gerne überraschen, mit welchen neuen Ideen Startups aus aller Welt zu uns kommen.